Polnische Börse GPW: nur für starke Nerven

Wer in polnische Aktien investiert hatte, brauchte in diesem Jahr besonders starke Nerven.

Die Warschauer Wertpapierbörse GPW musste nämlich einige besondere Ereignisse überdauern.



Es begann nämlich mit der Wahl des Präsidenten Andrzej Duda. Der Jurist, den kaum einer kannte, sollte keine Chance haben gegen den amtierenden B. Komorowski- sagten die Umfragen.
Auf einmal hatte die Opposition einen , theoretisch nach der Definition der polnischen Verfassung eher schwachen, Präsidenten.
Kaum einer prophezeite eine Änderung der Wirtschaftspolitik. Die Börse in Warszawa erholte sich gerade von dem Rückzug der privaten Rentenfonds (OFE) ein bisschen.
Dann kam der entscheidende Schlag: die Parlamentswahl.
PiS und Kukiz15 gewinnen, die Petrus Nowoczesna zieht auch ein. Die Linke, auf eigenen Wunsch, verschwindet von der Oberfläche ganz und ... wir haben ein Kaczynski Duda Duo mit Kukiz Unterstützung an der Spitze.
Die PO will Frau Kopacz nicht mehr und wirkt eher schwach ...

US Banken stellen Prognosen her: PiS wird eigene Versprechungen nicht erfüllen können / wollen, es fehle an Geld. Die Börsianer dürfen ruhig schlafen.
Die Wirklichkeit: PiS schwächt das existierende Machtsystem und deren Organe.
PiS scheint im Eiltempo die Verfassung nach eigenen Wünschen gestalten zu wollen, es habe ja die demokratische Legitimation, heisst es in jeder zweiten TV-Erklärung.
Andrzej Duda braucht eine Stunde um neue Richter des Verfassungtribunals einzuschwören- und das mitten in der Nacht.
GPW-Chef tritt zurück.
Die seit Monaten angekündigte Bankentsteuer soll auf einmal auch die Versicherungsgesellschaften betreffen. Die passive sichere Investion in die PZU Aktie bringt, begleitet von einer leichten Złoty-Schwäche,  minus 30% innerhalb von drei Monaten ein. (von 12 auf 8 euro die Aktie)

Na also: Prosit auf ein neues Jahr :-(

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Warschauer Wertpapierbörse
GPW (Giełda Papierów Wartościowych)